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  • AutorenbildMathias

Tag 08 - ENDGAME: Pforzheimer Hütte - Neustift im Stubaital

Facts: Dauer 10:03 Stunden - Distanz 31,1 Kilometer - 1.733 Höhenmeter;


Dass dies der letzte Tag meiner Weitwanderung wird, wusste ich in der Früh noch nicht - aber irgendwann musste der Moment ja kommen mit meinem Handicap.


Der Tag begann dennoch pünktlich um 5 Uhr, und machte mich gleich auf zum Satteljoch auf 2.737 Meter. Die Landschaft ist hier sowas von gewaltig, dass ich wenigstens meine schmerzen für ein paar Momente vergessen konnte. Oben am Satteljoch hatte ich auch endlich wieder Empfang am Handy, sodass ich meine obligatorischen Alles-in-Ordnung-SMS versenden konnte. Das Akkuproblem war aber weiterhin gegeben und musste Energie sparen - dies hieß auch weniger Fotos von dieser Tour. Egal, ich wollte so schnell wie möglich nach Neustift und dort eine Unterkunft organisiere sowie ein Ladekabel besorgen. Weiteres benötigte ich dringend Bargeld, da auf allen Hütten keine Kartenzahlung möglich war.


Der weitere Weg vom Satteljoch führte mich in das Tal runter nach Praxmar. Ein sehr kleiner überschaubarer Ort mit einem edlen Gasthof. Dort angekommen - die Übernachtungsgäste waren erst aufgestanden und am frühstücken, gönnte ich mir auch einen Kaffee und wurde erstaunt angeschaut da ich bereits so früh unterwegs war. Der angekündigte Regen setzte ein und ging mit Regenmantel weiter und folgte der Forststrasse taleinwärts nach Lüsens. Dort begann einer der schwierigsten Aufstiege meiner bisherigen Touren - auf das Große Horntal Joch auf 2.812 Meter. Gleich zu beginn ein knackiger Aufstieg im Grasbühel, eher dieser Weg im sehr steilen Geröllfeld mündete. Die letzten 300 Höhenmeter verlief der "Weg" komplett gerade hinauf auf das Joch, und mit meinen Füssen war dies eine mega Prozedur. Habe mich ständig mit meinen Stöcken abstützen müssen, da ich meine Füsse nicht mehr komplett abwinkeln konnte - die Achillessehnen waren komplett entzündet und alles war geschwollen. Dies war der Moment an dem ich wusste, dass mit diesem Zustand keine weitere Tour mehr möglich ist. Dennoch musste ich zuerst mal nach Neustift kommen und meine weitere Vorgehensweise überdenken. Als ich das Joch endlich erreichte, musste ich meine schmerzen zuerst mal verdauen und hoffte, dass ich den Abstieg zur Franz-Senn Hütte einigermaßen gut überstehen werde. Dies verlief relativ gut und wusste, dass das schlimmste nun überstanden war. Ein langer Fussmarsch folgte dann talauswärts nach Neustift - dort angekommen war es Nachmittag und ich hatte ziemlichen Hunger. Mitten im Ort fand ich einen Spar und kaufte zwei Bier und eine Jause - damit setzte ich mich an eine Bushaltestelle und checkte den Fahrplan. Der nächste Bus nach Innsbruck würde in einer Stunde kommen - daher genoss ich meine Jause und hatte somit eine Stunde Zeit um nachzudenken wie es mit mir und der Tour weitergehen würde. Da ich mich kaum mehr auf den Füssen halten konnte und wie ein alter Mann auf Krücken lief, war meine Entscheidung klar als der Bus vorfuhr - ich fahre nach Hause!


Innsbruck - Feldkirch - Endgame!


Werde zuerst vollständig regenerieren und hoffe, dass keine bleibenden Schäden an den Füssen zurück bleiben. Lass dies auch ärztlich untersuchen und werde dann entscheiden wie die Tour weitergeht. Kann diese auch zu einem späteren Zeitpunkt fortführen oder auf gesamt drei Etappen aufteilen, sodass der Zeitdruck nicht mehr gegeben ist. Habe bestimmt den Fehler gemacht, dass ich zu schnell und mit zu großen Erwartungen gestartet bin. Auch dass ich zwei Tagestouren an einem Tag zusammenfasste, machte diesen Umstand bestimmt nicht besser. Mein Gedanke war, viele Kilometer - wenige Übernachtungen. Naja, man(n) lernt nie aus...


Fazit:

Dauer 88,10 Stunden - Distanz 287,31 Kilometer - 17.563 Höhenmeter;


Eine wunderschöne und sehr anspruchsvolle Tour. Der Zentralalpenweg 02 ist sehr gut beschildert und es gibt fast alle zwei Stunden die Möglichkeit einer Rast bzw. Übernachtung auf einer Hütte oder einem Gasthof im Tal. Somit ist das Thema der Verpflegung absolut kein Problem und wir sind mit Trinkwasser in den Alpen bestens versorgt. Die Hüttenwirte waren allesamt sehr hilfsbereit und als Weitwanderer wirst du nochmals bestens betreut.


I will return!



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